1925 startete in Bern die Schweizer Radiogenossenschaft ihren Betrieb. Der 29 jährige Fritz Laeng, gelernter Elektriker und Fotograf, eröffnete in seiner Wohnung an der Platanenstrasse 26 sein eigenes noch bescheidenes Radiogeschäft. Zu Beginn arbeitete sein Halbbruder Rudolf Koller kurze Zeit mit im Betrieb. Die ersten Radios in Fritz Laeng's Angebot waren Detektorempfänger mit Kopfhörer. Bald waren Bausätze im Angebot.  Viele Kunden waren skeptisch und mussten erst von den Vorteilen der neuen Technik überzeugt werden.

1927.. wurden die Radios einfacher in der Bedienung und der Klang besser dank Lautsprechern statt Kopfhörer... was dem jungen Unternehmer half einen erst mal kleinen Kundenkreis aufzubauen.

 

1927 traf Fritz Laeng seine spätere Ehepartnerin Marie Stucki... die im Emmental im damals kleinen Dorf Schüpbach aufwuchs. Der Vater starb als Marie ein Kleinkind war.  Auch ihre gelähmte Mama starb als Marie elf Jahre alt war. Marie und ihr Bruder wurden getrennt und wuchsen als Verdingkinder in unterschiedlichen Pflegefamilien in sehr schwierigen Verhältnissen auf, ohne jede Zuneigung und Geborgenheit. Marie war ein intelligentes Kind. Im Alter von zwanzig Jahren gerade vollfährig reiste sie eigenständig nach Italien, lernte die Sprache, arbeitete im Hotelfach in Neapel, Forte dei Marmi und anderen Destinationen. Zurück in der Schweiz war Marie Stucki Hotelsekretärin in Montreux und danach im Hotel Wächter in Bern. Dort traf sie zum ersten mal Fritz Laeng. ( gemäss anderen Angaben lernten sie sich durch Verwandte von Marie kennen ? )

 

1928 heitateten die beiden und begannen sogleich mit dem Aufbau und Erweiterung ihrer Radiofirma.

Marie Stucki war für Fritz Laeng die ideale Partnerin, intelligent, selbstbewusst, eine begabte Managerin und Geschäftspartnerin bis zu ihrem Tod. Marie war die Seele und der treibende Motor der Firma Lenco.

Durch ihre Herzliche Art wurde sie von den Mitarbeitern Mama Laeng genannt.

 

1930 wurde das Radiogeschäft Laeng an die Friedeggstrasse verlegt und unverzüglich eine Schallplatten und Grammophonabteilung eingerichtet. Büro und Werkstatt waren gleich in den Räumlichkeiten hinter dem Laden.

 

1932 erlebte das RADIO einen Aufschwung. Neu-Konzessionen stiegen um über 54% auf 81'379 Abonnenten.

 

1933 Marie und Fritz Laeng organisierten ihre erste Rdioausstellung im Hotel Stadthaus in Burgdorf. Durch die riesige Menschenmenge wurde ein Volksfest daraus.

 

1933 war auch das Jahr als Bruno Grütter aus Roggwil (BE) von der Uhrenfabrik Lanco in Langendorf (SO) seinen Arbeitsplatz zur Firma Lenco in Burgdorf wechselte. Der gelernte Uhren- und Feinmechaniker hatte sich durch Fleiss und Weiterbildung ebenfalls zum Elektro- und Radiotechniker ausgebildet. Später wurde er als langjähriger Freund der Familie Laeng Technischer Direktor der Lenco AG.

 

1935 spürte auch die Schweiz die weltweite Wirtschaftskrise und alle Radiohändler hatten zu kämpfen. Ein Radio war praktisch aber zu dieser Zeit ein Luxus. Das führte dazu dass die meisten Geräte vermietet wurden um die finanzielle Belastung der Haushalte zu mindern. 

 

1939-1945 wütete der zweite Weltkrieg. Die Männer waren die meiste Zeit im Militär. Marie Laeng schmiss in dieser Zeit den Laden alleine und schaffte unglaubliches. Radios wurden pünktlich ausgeliefert... alles von Marie per Velo.

Der Krieg führte auch in der Schweiz zu Einschränkungen und Materialengpässen. Als Transportmittel dienten Fahrräder mit Anhänger und zum Benzin sparen wurden Service- und Lieferwagen auf Holzvergaser umgebaut.

 

1942 konnte dank unermüdlichen Anstrengungen die Liegenschaft Friedegg trotz Krisenzeiten käuflich erworben werden. Nun war das ehemalige Bauernhaus Stammsitz der Firma Lenco. Neu eingerichtet wurden ein Schallplatten Aufnahmestudio, Vorführräume, Mitarbeiterzimmer, Werkstatt, Lager und Garagen.

 

1943/44 wurde in der Werkstatt beinahe Tag und Nacht unermüdlich experimentiert und gebaut. Bruno Grütter wohnte mit anderen Kollegen gleich im Haus und jeden Morgen sassen alle gemeinsam beim Frühstück.

1945/46

Der erste von Fritz Laeng und Bruno Grütter entwickelte Plattenspieler Motor mit Direktantrieb für 78rpm ist Serienreif. 1947-49 wurden diese Motoren in grossen Mengen an andere Herteller verkauft. Dieser Erfolg  gab den Anstoss zu einem weiteren mutigen Schritt. Marie und Fritz Laeng fassten den Entschluss Plattenspieler auch für die neuen Vinyl Schallplatten in Serie zu produzieren.

 

1946

 

In den 1950/60er Jahren produzierte Lenco auf der Hauseigenen Spritzgussanlage im Auftrag für andere Firmen allerlei Gegenstände aus Aluminium und Kunststoff. Zwiebelhacker, Knoblauchpressen und Spielzeugteile etc. Im Walliser Zweigwerk Steg wurden bis Anfang 1970 für die MIGROS Genossenschaft Elektroheizstrahler, Küchenmixer, "Lencodent" Zahnbürsten, Haartrockner und für BRAUN Deutschland elektrische Zahnbürsten produziert, alles um irgendwie an Geld zu kommen... aber leider Aufträge mit geringer Rendite. 

Es mussten Produkte her mit denen man Geld verdienen konnte. Also wurden die Fabrikationsräume erweitert und bessere Motoren für Plattenpieler entwickelt. - Die erste Werkstatt von Fritz Laeng befand sich 1933 in seiner privaten Wohnung an der Platanenstrasse in Burgdorf. Später in der Friedegg. Als mehr Platz benötigt wurde lagerte Lenco einen Teil der Produktion ins nahe gelegene Hasle-Rüegsau aus, wo in einem ehemaligen Kühlhaus Räume gemietet wurden.  

1947 stand der neu entwickelte 78rpm Motor für Schellackplattenspieler zur Verfügung und wurde in grossen Mengen an andere Hersteller verkauft. Fritz Laeng und Bruno Grütter entwickelten weitere Modelle. 

 

1948 brachte der U.S. Schallplatten Gigant Columbia Records ein neues Schallplattenformat LP-33 genannt auf den Markt... Schallplatten aus Vinyl (nicht mehr Schellack) mit Abspielgeschwindigkeit von 33 Umdrehungen pro Minute.  Das ist den beiden Lenco Konstrukteuren nicht entgangen. Sie machten sich unverzüglich an die Konstruktion eines Plattenspieler der diesen Anforderungen entsprach. 

1949 der neu entwickelte Plattenspieler Lenco F50-8 mit 3 Touren war geboren und wurde sofort in Umlauf gebracht. Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden wurden in der ehemaligen Rasierklingenfabrik Rasolette Räume gemietet und die Fabrikation erhöht.

1951 kauft Lenco die Liegenschaft Emmenau, das bisher in Miete benutzte Kühlhaus in Hasle-Rüegsau... und im Radiogeschäft von Fritz Laeng wird der erste Stahldraht-Recorder für Tonaufnahmen und Wiedergabe installiert. (Vorläufer der Tonbandgeräte)

 

1949 beteiligte sich Gottlieb Duttweiler an dem 1947 gegründeten Buch Club exlibris.

Frau Dr. Elsa Gasser war Duttweilers persönliche wirtschaftliche Beraterin und ein kluger Kopf der Migros Leitung. Auf ihre Empfehlung hin wurden 1952 auch Schallplatten ins exlibris Verkaufsprogramm aufgenommen. Der Buch-Club ExLibris wurde umbenannt zu Buch- und Schallplatten-Club exlibris. Im weiteren war Frau Dr. Gasser überzeugt dass exlibris auch Plattenspieler verkaufen sollte wodurch sich automatisch auch der Verkauf von Schallplatten erhöhen würde, womit sie richtig lag. Duttweiler war sofort einverstanden. 

...zur genau gleichen Zeit machte man sich bei Lenco Gedanken wie und wen man wohl als Grosskunde gewinnen könnte... weil plötzlich mehr produziert als verkauft wurde.

Da sah Marie Laeng ein Zeitungsinserat in dem Schallplatten angeboten wurden. Das Inserat war wie damals oft üblich "unter Chiffre" aufgegeben, also sah man nicht gleich wer dahinter steckte. (die Annonce war von exlibris... mit Adresse der Zeitungsredaktion). Aber Marie Laeng hatte sofort die Idee dass, wer Schallplatten verkauft doch auch Plattenspieler anbieten könnte... und so fasste sie den Entschluss, an diese Adresse zu schreiben.

Doch exlibris war schneller, denn schon am Tag darauf lag der Brief von Frau Gasser mit einer Anfrage auf dem Bürotisch von Marie Laeng. Kurz darauf wurden Plattenspieler von 15 europäischen Anbietern ausgiebig getestet, aber 14 von ihnen wurden abgelehnt... bis auf die Lenco Modelle, die kamen gut an und noch mehr gefiel Gottlieb Duttweiler dass Lenco in Burgdorf quasi vor Ort war und als einziger Lieferant seinen Exklusiv-Vertrag und seine "Sonderwünsche" und persönlich diktierten Liefer- und Service Anforderungen akzeptierte.

 

1953 am 17. Januar unterzeichnen Marie und Fritz Laeng den von MIGROS Gründer Gottlieb Duttweiler aufgesetzten Exklusiv-Vertrag und gewinnen so den Buch und Schallplatten-Club exlibris als Lenco Grossverteiler für die Schweiz. Garantie- Service und Reparaturleistungen wurden auf die Lenco AG Burgdorf übertragen. Mit der Unterzeichnung des Vertrages bestellte Duttweiler gleich 1000 Stück Lenco F50-8 mit 3 Touren und Auto-Stop.  Gleichzeitig gab es eine zweite Bestellung über 9000 Stück, lieferbar in zwei Etappen bis Ende 1953... alles von Lenco zugesichert und eingehalten.  Der von Duttweiler höchst persönlich verfasste vierseitige Vertrag verpflichtete Lenco dazu ...bis auf unbestimmte Zeit alle Produkte mit dem Namen LENCO exklusiv nur an exlibris zu liefern.  Alle Geräte bekamen das exlibris Label.

 

Das verärgerte die Radio Fachhändler viele weigerten sich Lenco im Verkaufsprogramm zu führen weil die Migros Lenco verkaufte. Aber die Nachfrage war zu gross. Der Fachhandel brauchte Lenco. 

Die Apco AG in Zürich war Radio TV Hifi Importeur und Grossverteiler für die damals etwa 2000 Schweizer Radio TV Fachhändler.  Apco löste das Problem und entschied, Lenco Plattenspieler ins Programm zu nehmen um sie dem Fachhandel anzubieten. Um den Vertrag mit exlibris nicht zu verletzen erhielten die an Apco gelieferten Lenco's  den Namen APCO... der L-75 wurde zum APCO A-75  ...L78 = A-78 etc. und so kamen die Fachhändler und jeder ihrer Kunden doch noch zu ihrem Original Lenco Plattenspieler.

1954 erfolgen erste Exporte nach USA durch die Partnerschaft mit der Firma David Bogen N.Y.

Die erste Lieferung betrifft den Plattenspieler F50-8 ohne Gehäuse. In den USA wurde das Gerät mit eigenem Sockel und Verstärker bestückt und als Bogen B50-8 / B50-4X etc. verkauft.

1955 der neue Lenco F50-8 hat jetzt 4 Touren. Die neu zugefügte Geschwindigkeit von 16rpm war wichtig für die damals sehr verbreiteten Sprach- und Märchenplatten die mit 16 Umdrehungen abgespielt werden mussten. Auch in Tanzstudios war diese Drehzahl - und besonders die stufenlos regelbaren Lenco's willkommen.

1955 wurde Goldring Lenco-General-Importeur für England, Ulster und Irland. Goldring belieferte britische Herteller wie Leak, Dynatron, Goodmans und andere die Lenco Plattenspieler in ihre Audiosysteme einbauten.

 

1956 kommt exlibris vollständig unter Duttweiler's Kontrolle. Die Lenco Verkäufe erleben ungeahnte Erfolge.

1957 wird in Bern, die versuchsweise eingerichtete Radio Laeng Filiale an der Marktgasse wieder geschlossen.

1957 Durch Kauf der Liegenschaft des verstorbenen Fotografen Louis Bechstein wird Radio Laeng in Burgdorf vergrössert wodurch nun alles was zu Radio Laeng gehört unter einem Dach vereint ist.

1957 wird der neue B50-16 mit Auto-Stop präsentiert... eine Weiterentwicklung des F50-8 MK-II

1958 folgt das Modell F50-8 mit 4 Geschwindigkeiten und abnehmbarem Tonarmkopf ( Tonabnehmerhalterung ).

1958 entwickelten die Ingenieure das einzige Lenco Spulen Tonbandgerät T30. Alle 200 produzierten Geräte wurden nach Amerika verschifft, aber durch ein Umglück auf dem Ozean erlagen sie einem Totalschaden. Das Projekt wurde aufgegeben und nicht weiter verfolgt. 


1959 Hauptwerk und Verwaltung in Burgdorf. am 1. Mai erfolgte der Einzug in den Neubau Burgdorf.  Hier wird geforscht, entwickelt und produziert. Computer gab es

noch nicht. Pläne und Zeichnungen wurden üblich alle

in feinster Präzision von Hand am Reissbrett erstellt.

400 Mitarbeiter:innen waren hier Vollzeit beschäftigt.

 

1960 trat der Sohn Rudolf Laeng jun. nach seinem Studium am Technikum in die Lenco AG ein. Seine Karriere begann einst als Lehrling in der Autophon AG Solothurn. Später war er auch Pilot in der Schweizer Armee. 

1961 wurde am 11. Dezember die Lenco Italiana S.p.A. in Osimo bei Ancona gegründet. Marie Laeng war von Beginn an begeistert. Sie liebte Italien und die Mentalität dieser Menschen. Sie war danach oft in Osimo um allerlei Angelegenheiten zu managen. Dabei wohnte sie in ihrem eigenen Haus in Osimo, wo auch ihre Mitarbeiter:innen immer herzlich willkommen waren. Sie war stehts zuversichtlich dass dies ein Erfolg würde.

1961 der Sohn Ruedi, Rudorf Laeng jun. übernimmt als Technischer Direktor die Lenco Italiana und die Abteilungen Laboratorium, Entwicklung und Konstruktion als leitender Ingenieur. In guten Zeiten beschäftigte die Lenco Italiana über Tausend Angestellte. Neben vielen anderen Entwicklungen produzierten die Leute in Osimo täglich 10'000 Batteriemotoren für den Export.

Lenco war mutig, denn zu dieser Zeit stand Italien wirtschaftlich nicht gut da und es gab Tausende Arbeitslose. Also startete Lenco erst mal als Versuchsbetrieb. Dazu wurden Produktionsräume einer ehemaligen Akordeonfabrik gemietet, die auch wegen Auftragsmangel Mitarbeiter entlassen musste. Einige dieser in Feinmechanik sehr gut ausgebildeten Mitarbeiter:innen konnten gleich bei Lenco weiterarbeiten.

 

1962 wurde in Zagreb eine Niederlassung Namens Lenco Yugoslavia gegründet. ( eventuell erst 1963 ? )

1963 Lenco präsentiert den Präzisions-Studiotonarm P-77 mit dem viele Plattenspieler in Ton- und Radio Studios ausgerüstet wurden. ( für Privatkunden war der P-77 mehrheitlich zu teuer. )

1964 präsentiert Lenco den neuen B52 mit neuem verbessertem Tonarm.

1665 wird der Lenco L-77 ...vorgestellt, ein L70 mit dem 1963 entwickelten P-77 Arm.

 

 

Reguläre Lenco Partner für Fertigung und Montage.

1967 werden die EGOB AG in Reigoldswil und Zehntner Elektromechanik (jetzt in Sissach) neue Lenco Partner

Die EGOB AG fertigte von nun an bis 1977 alle Koffer und verschiedene Sockel für Lenco/exlibris Plattenspieler.

Die Firma Zehntner übernahm die Endmontage verschiedener Lenco Geräte. Koffer und Gerätesockel wurden 1962-1966 in Finnland und Schweden fabriziert und zwei mal pro Monat durch Lenco abgeholt.

 

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in Anstalten und Gefängnisse ausgelagerte Arbeitsaufträge 

outsourcing nennt man das heute... (man ist ja modern ) aber es bedeutet ja immer noch das gleiche...

Da kommt auch die unrühmliche Geschichte der einst 648 in der ganzen Schweiz bestehenden Einrichtungen (Anstalten) zur Sprache... in denen von 1930-1980 Menschen jeden Alters willkürlich eingesperrt wurden.

Diese Zwangseinweisungen galten vor allem Kindern und Erwachsenen aus armen, finanziell schwachen Familien. Menschen die den Behörden unbequem erschienen oder sonstwie ein Dorn im Auge waren wurden einfach weggesperrt, als nicht Gesellschaftsfähig und arbeitsscheu etc. abgestempelt. Die meisten dieser Einrichtungen standen unter finanziellem Druck, weshalb man nach externen Einnahmequellen suchte.  Billige "Arbeiter:innen" waren ja vorhanden 🥵. Diese "Einrichtungen" unterstanden auch nicht dem Arbeitsgesetz, sie konnten die harten und zermürbenden Arbeitsbedingungen selber definieren. 

Etliche Unternehmen - auch Lenco -  übertrugen ihnen auf Anfrage verschiedene Arbeitsaufträge.

Beispiel: Lenco produzierte über Jahre auch Elektrozahnbürsten für Blaupunkt. Diese wurden von den Damen im Frauengefängnis Hindelbank zusammengebaut. Lenco beauftragte 1964 ebenso Hindelbank für die Montage von Lautsprechern und Musikgeräten. Wöchentlich lieferte Lenco die Bauteile und holte fertige Produkte ab. 

Viele "Institutionen" profitierten von solchen Aufträgen.

Inhaftierte Frauen in Hindelbank tippten Tagelang Manuskripte im Auftrag für die Universität Bern. Schmutzige Bettwäsche aus dem Inselspital Bern wurde in Hindelbank gewaschen. Nachweislich beschäftigten auch SELECTA und die Migros-Tochter Micarna inhaftierte Personen dieser Anstalten, usw. ( nur die Spitze des Eisbergs )

 

Quelle: Organisierte Willkür

Administrative Versorgungen

in der Schweiz 1930-1981 

       

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             ISBN 978-3-0340-1520-2 (2019)

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1967 begann auch Lenco Italia mit der Produktion von Plattenspielern.

1967 präsentiert Lenco den L75 ihren zum Überflieger gewordenen Reibrad Plattenspieler. 

1968 wird der neue Lenco B55 vorgestellt. Eine Weiterentwicklung des B52 MKIII ...mit Antiskating.

1969 werden die ersten "kleinen" Lenco's mit Riemenantrieb (mod.690/705) in Verkauf gebracht 

1969 wird am 4. August in Steg im Kanton Wallis ein Arbeitsplatz in einer Privatwohnung eingerichtet. Dort werden Netztrafo's, Kleinmotoren und Mikromoren für elektrische Zahnbürsten entwickelt.

Der Bau eines Zweigwerks war da schon in Planung.

1971 waren die Bauarbeiten voll im Gange... und

1972 13. März  ...das Zweigwerk Steg ist bezugsbereit.  

150 Mitarbeiter:innen fanden hier Arbeit, auch viele Frauen aus dem nahen Italien. Sie wurden jeden Tag vom Lenco Fahrdienst am Bahnhof abgeholt und wieder hin gebracht da niemand von ihnen ein Auto hatte. Fabriziert wurden Kleinmotoren, Transformatoren und Netzteile für Audiogeräte und Lenco Kleinverstärker.

 

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1970 Lenco Italiana präsentiert das in Osimo entwickelte mini TB, ein mini Cassettenlaufwerk das bis 1979 an Blaupunkt geliefert... und in Tausende Blaupunkt AutoCass.Radio's eingebaut wird... und zudem weltweit in vielen Geräten von Sprachlabors und Computerlaufwerken verwendet wurde.  

1970 gewinnt exlibris mit einem Schlag 100'000 neue Mitglieder durch die Übernahme des auch in der französischen Schweiz tätigen Schallplattenvertriebs GID, "Guilde International de Disque" unter der Leitung von Dr. Franz Lamprecht. 

1971 der L85 wird präsentiert, dieser komplett neue Lenco läutete die Zeit der Lenco Modelle mit Rimenantrieb ein. 

1972 übernimmt der MGB (Migros Genossenschafts Bund) das gesamte Aktienkapital. exlibris ist nun eine 100% Migros Tochter. Geschäftsführer war bis zum Jahre 1982 Dr. Franz Lamprecht. 

1972 im Sept. schliesst Lenco mit der Indischen Firma JMM / Jagran Micro Motors einen Vertrag und erteilt die Lizenz zum Bau von Spezialmotoren welche weltweit an Hersteller elektronischer Geräte verkauft werden.

1972 im Oktober präsentiert Lenco den L-78, von dem mehrere Varianten gebaut werden. Grundlegend handelt es sich um einen modifizierten L-75. 

1972 stellt Lenco Italiana eine Neuentwicklung vor. Den Cassettenwechsler PAC-10. In Osimo entwickelt und gebaut gab es das Gerät in mehreren Versionen. Die Geräte wurden an Benjamin Electronics in N.J. USA geliefert und in Einkaufszentren für Durchsagen und Hintergrundbeschallung eingesetzt. Ob diese Geräte auch in der Schweiz in Umlauf gebracht wurden -und wenn ja wie viele- ist mir nicht bekannt.

1972 wurde in Osimo bis 1975 auch das Cassetten Deck C-1000 gebaut. ( siehe Kapitel Cass. Deck ) Das Laufwerk wurde in Osimo konstruiert. Die Elektronik bei HEA Wien. Das Gerät war technisch eigentlich O.K. ...verkaufte sich jedoch schleppend wegen der eher etwas umständlichen Bedienung. Das spätere Modell C-1102 wurde auch als Sonderversion für Blaupunkt produziert. Das C-1202 kam von SeoUM in Südkorea.

1974 wird in Osimo der fertiggestellte Lenco Neubau bezogen, die Produktion gestartet und massiv gesteigert. Lenco wurde mit inzwischen 700 Mitarbeiter:innen zum grössten Arbeitgeber der Region.

 

1974 geht das Hifi-Cassetten Deck Lenco C-2003 in Burgdorf in die Entwicklungsphase. Eine 100% LENCO Konstruktion, aufwändig und technisch grundsätzlich ein super Gerät mit 2-Motoren-Laufwerk, 3 Tonköpfe, Doppel-Capstan Antrieb und geeignet für jeden verfügbaren Bandtyp. Auch optisch ein schönes Gerät, leider als Toploader gebaut... aber die Zeit gehörte bereits den moderneren Frontladern, die hatten auch den Vorteil dass sie mit anderen Geräten stapelbar waren. 

 

1972..73..74  Die Weltwirtschaft steckte in Schwierigkeiten. 

Die Ölkrise bescherte uns Sonntags-Fahrverbote, leere Autobahnen mit campierenden Menschen. Alles das verängstigte die Konsumenten. Hauptsächlich die wirtschaftlichen Ereignisse liessen die Nachfrage nach Luxusprodukten europaweit stark sinken. Ein weiteres Problem... Asien überflutete die Welt mit Hifi Geräten. Viele gut und preiswert. Das reicht um kleinere Firmen in Schwierigkeiten zu bringen, was bei LENCO und anderen Produzenten zu Personalabbau führte.

 

 

1974 7.November erste Hinweise deuten an dass die aufkommende Rezession auch in Burgdorf Spuren hinterlässt. Erste Entlassungen werden gemeldet, auch bei der Lenco AG.   

1974 wurde der Vertrag zwischen Lenco und exlibris beendet. exlibris verkaufte weiterhin Lenco, ordert jetzt auch bei anderen Produzenten. 

1976  11. Februar Fritz Laeng sen. feiert seinen 80. Geburtstag in guter Gesundheit. 

1976 Im Hauptwerk Burgdorf zerstört eine Gasexplosion Teile der Produktionsräume. Glücklicherweise kommen keine Personen zu Schaden.   

1977 das neue HiFi Cassetten-Deck Lenco C 2003  kommt in den Verkauf.

Gemäss Aussage eines Ingenieurs wollte Lenco das C-2003 in Argentinien bauen lassen, aber vieles ging daneben. Ein Grosserfolg blieb aus. Die Asiatischen Produzenten hatten jede Menge Frontlader im Handel. Kam dazu dass bei vielen der verkauften Lenco C-2003 technische Mängel auftraten. So galt das Gerät als "Bandfresser" trotz seiner "eigentlich" hochwertigen Konstruktion und Qualität. Zu viele Geräte "frassen" das Band statt zu wickeln, so dass die Cassette nicht "zerstörungsfrei" aus dem Gerät entnommen werden konnte, weshalb etliche der C-2003 in der Lenco Service-Abteilung nachbearbeitet werden mussten. Echt schade aber die Markteinführung dieser Maschine kam mindestens zwei Jahre zu spät.  Die Produktion wurde wenig später eingestellt. - Nicht alle waren mangelhaft, es gab auch einige C-2003 die top funktionierten. Persönlich hatte ich zwei Stück Lenco C-2003 drei Jahre beinahe täglich im Einsatz ohne Probleme. 

 

1978 Es war kein Geheimnis dass die beiden Brüder Rudolf und Fritz Laeng jun. zeitlebens unterschiedlicher Meinung waren was die Führung der Lenco AG betraf. Fritz Laeng jun. leitete seit Herbst 1953 erfolgreich den gesamten Einkauf und die Nachkalkulation.

1978 am 17. Januar erhält Fritz Laeng jun. von seinem Bruder Ruedi (jetzt Chef der Lenco AG) die Kündigung.

 

Fritz Laeng jun. gerade 46 Jahre alt muss die Lenco, das Erbe seiner Eltern verlassen. 

 

1978 richtet Lenco Anfang Jahr bei Körting in Grassau / DE eine neue Produktionslinie für Plattenspieler ein. Einige Tausend Lenco Plattenspieler werden dort produziert aber auch der Firma Körting geht es zu diesem Zeitpunkt wirtschaftlich schlecht, (weshalb man mit Lenco Aufträgen offenbar versuchte Körting zu retten) aber Körting wird kurz darauf geschlossen, womit auch die dortige Lenco Produktion wieder endet.  

1978 25. September Die Lenco AG Burgdorf meldet finanzielle Schwierigkeiten. Hauptgrund sind der Dollarkurs und Billigprodukte aus Asien. Die Burgdorfer Behörden bieten ihre Vermittlungsdienste an. 

1978    2. Oktober In der Lenco AG in Burgdorf werden 60 Mitarbeiter/Innen entlassen. 

1978  23. Oktober Die Lenco AG Burgdorf reicht beim Richteramt Nachlassstundung ein. 

1978 17. November Der Lenco werden nur vier Monate Nachlassstundung gewährt, viel zu kurz um rettende Massnahmen herbei zu zaubern. 

1978  Lenco Italiana S.p.A. in Osimo wird ab sofort als selbständige Firma weitergeführt. Ab 1980 mit einer eigenen Produktelinie, die vorwiegend in Italien verkauft wurde. Plattenspieler aus bestehenden Beständen werden neu kreiert. 

 

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1979 Konkurs 11. April   Im Stadthaus Burgdorf findet die Gläubigerversammlung statt.

Anmerkung: Ein Konkurs liegt nur nahe wenn die Gläubiger-Dividende unter 5% liegt. Bei Dividenden über 5% ist kein Konkurs notwendig... aber hier lief es anders ? ... nach der Liquidation erhielten die Gläubiger eine unglaubliche Dividende von 45%. ( auf Kosten der Lenco )

...aber jetzt hatten die BANKEN die Finger drin... damit war das AUS beschlossene Sache.

Die Liquidation der Lenco AG wurde eingeleitet. Der Konkurs war damit unabwendbar. 

 

Lenco Audio AG

kurzfristige Rettung...  Versprechen Träume und Illusionen

1979 am 11. April wird als Übergangslösung sofort die Lenco Audio AG gegründet. Von der Lenco AG werden sämtliche Aktiven inkl. 35 Fachkräfte übernommen.

Die Aufgabe der Lenco Audio AG wurde wie folgt beschrieben. Als erstes die Sicherstellung von Garantie- Rep. und Ersatzteile-Service. Neue Lenco Produkte auf den Markt bringen. Die Lenco Audio AG wird den Markt lückenlos mit Lenco Produkten versorgen und das europäische Verteilernetz weiterhin ausbauen. Die Lenco Audio AG beabsichtigt -neben Argentinien- weitere amerikanische Märkte zu erschliessen. Es wird angestrebt in naher Zukunft auch in Burgdorf wieder Lenco Produkte und Geräte zu produzieren.                                                                    klicke den gelben Brief ➜

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10. April 1979 vorausgehende Presseorientierung im Burgdorfer Tagblatt 

Die Stundungsphasen und der Sachwalterstatus

Einleitend waren die einzelnen Phasen der Nachlaßstundung nochmals erklärt und der Sachwalterstatus erläutert worden. Die Stundung war zunächst bis zum 16. März 1979 befristet, wurde dann aber bis zum 16. Mai 1979 verlängert. Der Nachlaßschuldnerin wurde gestattet, den Betrieb unter Aufsicht und nach Weisungen der Sachwalterin weiterzuführen. Während der Stundungsphase bis 30. März wurden 96 Prozent des vorgesehenen Umsatzes erreicht und ein Ergebnis von 10 114 000 Fr. erzielt. Dazu brauchten die Banken- kredite nie voll beansprucht zu werden. Aus dem Status auf den 17. November 1978, dem Moment, als die Schweizerische Treuhandgesellschaft zur Sachwalterin der Lenco AG bestellt wurde, ist ersichtlich, dass den totalen Forderungen von 30 739 537 Fr. Aktiven in der Höhe von nur 13 321 590 Fr. gegenüberstehen. Die Liegenschaft Oberburg ist zum Statuswert von 4 Mio Fr. eingesetzt, die Maschinen, das Mobiliar und die Einrichtungen mit 1,048 Mio Fr. Das Liquidationsergebnis kann noch nicht ersehen werden, da es durch zukünftige Entwicklungen erheblich beeinflusst werden kann. Die 348 Gläubiger, die stimmberechtigt sind, machen Forderungen von 8,8 Mio Fr. geltend. Dabei haben die Fünftklassgläubiger mit einer Entschädigung von höchstens 10 Prozent zu rechnen. Die Gläubigerversammlung, die auf morgen Mittwoch, 14, Uhr, ins Hotel Stadthaus in Burgdorf einberufen wurde, hat lediglich die Liquidationsorgane (Gläubiger ausschuss und Liquidator) zu bestimmen. Die Abstimmung über die Annahme oder Ablehnung des Nachlassvertrages mit Vermögensabtretung erfolgt schriftlich und zwar bis 23. April 1979. Immerhin scheinen Ueberraschungen möglich. - Die genauen Zahlen der Entlassung von Arbeitskräften der Lenco AG wurden an der Orientierung ebenfalls richtiggestellt.   

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1980 wird die Firma Lenco AG in Burgdorf offiziell geschlossen und die Fabrikgebäude 

an die Firma Alfred Müller AG in Baar (Kt.Zug) verkauft. 

                                                                                      Die neuen Besitzer vermieten die Räumlichkeiten an verschiedene andere Unternehmen.                                                                                                        zum vergrössern klicke auf den Brief ➜

1980 Die Lenco Audio AG übernimmt nun den Betrieb um vorläufig den Kundenservice zu sichern. Domizil sind die bisherigen Räumlichkeiten. Die neue Geschäftsleitung gibt in den Medien grosse Versprechungen und Visionen ab... ( die sich nie erfüllen werden.) Von der Lenco Audio AG werden auch offene Aufträge und angefangene Projekte zu Ende geführt. Produziert wird jedoch nur noch Kleinzubehör, Lencoclean, Lencobrush, Lencolamp.. Die Lenco Audio AG übernimmt noch vorhandene Geräte aus der Konkursmasse.  

1981 Die Lenco Audio AG ordert bei Garrard die Plattenspieler

Lenco LRP-5250...LRP-5350...LRP-5450...LRP-5650DDQ etc. und bringt sie in Verkauf. Es sind die letzten aus der Schweiz gelieferten Lenco's, ( mit Lenco Label versehene Original Garrard, made by Garrard England..)

1982 Die Lenco Audio AG ordert neue Geräte bei SeoUM Electronics Korea. (u.a.)

die Mod. T30, A50, R25, R50, A600, T600, R600, LA-5000, LT-5000, LC-5000 etc. werden importiert.

Verbliebene Direct Drive Lenco L833 DD / L744 DD werden noch in Verkauf gebracht. 

1984 wird leider auch die Lenco Italiana S.p.A. geschlossen Die angestrebten Massnahmen konnten die Firma nicht retten.  Aus der Liquidationsmasse der Lenco Italia S.p.A. wurden div. Werkzeuge und Produktionsmaschinen durch die Lenco Audio AG in der Schweiz übernommen...und veräussert.  

1984  wurde auch die Lenco Audio AG nach erledigter Arbeit wieder aufgelöst. 

                                                                                                    ***

 

Hauptinteressent erscheint in Burgdorf

Ab 1979... und 1982/83 besucht Horst Neugebauer aus Lahr /DE öfter die Lenco Audio AG. Er kauft später - nach dem erlöschen der gesamten Lenco - als erster die Lenco Namensrechte und integriert später auch die Produktion und Vertrieb aller Lenco Produkte in seine Firma Horst Neugebauer KG. Unter seiner Herrschaft wurden 1982 die beiden Produktionsstätten Lenco Systems AG und die Lenco Technik AG in Hasle b.Burgdorf ins Leben gerufen. Sie waren nach Löschung der Lenco Audio AG einige Zeit aktiv, wurden jedoch nach kaum einer Hand voll Jahren durch Konkurs wieder aufgelöst.... und alles nach DE verlegt. 

Lenco und die neuen Besitzer  (ab 1984) 

Bereits 1979 kurz nach der Konkurseröffnung der Lenco AG schrieb der Unternehmer Horst Neugebauer aus Lahr im Schwarzwald in einem offenen Brief an die Radio/TV Händler....  folgendes.           

Zitat

Seit 20 Jahren stehe ich in Kontakt mit der Lenco AG Burgdorf weshalb ich es als Pflicht sehe zum heutigen Zeitpunkt eine Erklärung abzugeben um die entstandenen Gerüchte zum Thema Lenco zu entkräften. Die Lenco AG Burgdorf stand 40 Jahre im Besitz der Familie Laeng. Nach dem Tode beider Besitzer Marie und Fritz Laeng sen. übernahmen die beiden Söhne die Firma. Die Trennung der neuen Inhaber, der Söhne Fritz und Rudolf Laeng hatte dann leider zur Folge, dass das Unternehmen Lenco AG in Burgdorf im Juli 1979 aufgelöst wurde. 

1978 wurde die seit 1961 bestehende Tochtergesellschaft Lenco Italia in Osimo bei Ancona selbständig. Neue Besitzer sind Dr. Stracquadanio und der seit 34 Jahren bei Lenco tätige Vizepräsident Hans MorfLenco Italia hat 1979 sämtlich Produktionsrechte und Mittel für die Herstellung von Lenco Plattenspielern aufgekauft.

Referenzen für die Lenco Qualität bieten Blaupunkt, Ford, Eumig, Thomson und viele andere namhafte Unternehmen. Nach der Schliessung der Lenco AG Burgdorf  produziert die neu gegründete Lenco Audio AG das Lenco Zubehör und garantiert den Kundenservice. Das ist der heutige Stand der Lenco. 

Im August 1979 wurde zwischen der Lenco Italia, der Lenco Audio AG und meiner Firmengruppe Horst Neugebauer KG und Schwarzwald-Phono-Radio GmbH ein Vertrag geschlossen über den Alleinvertrieb aller Lenco Produkte für Deutschland und Österreich. ...Vorsitzender der Geschäftsleitung H.Neugebauer...( mit Unterschrift ).

( Ende Zitat ) 

1984 nach der vollständigen Schliessung aller Lenco Fabriken 

übernahm die Horst Neugebauer KG in Lahr (DE) den Markennamen LENCO und verkaufte unter diesem Label einige Jahre verschiedene Elektronik-Produkte. Eine Weile noch L75, L78 etc. aus alten Beständen und der Produktion der Lenco Italiana... aber auch viele andere neue Modelle die mit den ehemaligen Lenco's aus Burgdorf nichts mehr gemeinsam hatten. Neugebauer verkaufte die Lenco Namenrechte auch an andere Hersteller, woraus ein buntes Durcheinander diverser "Lenco" Produkte resultierte. Neugebauer verkaufte Lenco 1997 an die STL Group BV (NL).

Die Firmengruppe Horst Neugebauer KG wurde am 30.April 2007 aus dem Handelsregister gelöscht... 

...ebenso auch alle anderen Firmen die mit Lenco zu tun hatten, wie auch die ehem. Lenco Electronics GmbH in DE.

 

 

1997 geht Lenco an

die STL Group BV in Venlo (NL) mit über dreissig Jahren Erfahrung in der Unterhaltungselektronik Die STL übernahm alle Aktivitäten der Firma Lenco und den Markennamen Lenco. 

 

2015 wechselt (die Marke Lenco) erneut den Besitzer... 

der wahrscheinlich vorläufig letzte Besitzerwechsel,  Lenco gehört nun zur... 

Commaxx International B.V.   ( lenco.com  /  lenco.eu  /  lenco.de )

Wiebachstraat 39, NL-6466 NG Kerkrade / The Netherlans 

 

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Späte Ehre für Marie und Fritz Laeng

Im Jahre 2010 wurde das Institut für Industrie und Wirtschaft in Osimo zu Ehren

der ehemaligen Lenco Fabrik und Ihrer Inhaber umbenannt in... Istituto Maria Laeng.

( Maria Laeng war zeitlebens für viele Menschen in Osimo eine Art Heilige )


KOMET Radio AG fertigte nicht nur die Plattenspielermodelle für exlibris inklusive der eigens produzierten Verstärker... sondern auch HiFi Boxen mit hochwertigen Peerless Lautsprechern.

Kaum bekannt ist, dass verschiedene Lenco Lautsprecherboxen bei Revox in Löffingen/DE produziert wurden, so z. B. alle Boxen mit der Bezeichnung Studio. - Baugleiche Boxen lieferte STUDER an die MIGROS... z.B. MEL-60 / melectronic Studio 140 u.ä.) Das war die Zeit als es Revox leider auch nicht mehr so gut ging, jeder Auftrag war willkommen um die Arbeiter zu beschäftigen. Willi Studer tat jeweils alles damit er keine Mitarbeiter entlassen musste.  

 

Die Lenco Kompaktgeräte L350, L500, L600, L750, L900, L930 haben alle die Elektronik von HEA Wien... und wurden absolut identisch auch als HEA Modelle und ebenso auch von Kapsch verkauft.  

Die "neueren" L3000 / L3500 / L3600 (1975-77) mit dem Plattenspieler L65+L84 hatten die Elektronik definitiv nicht mehr von HEA... sondern teilweise aus Japan. Die Elektronik der Lenco L4000 besteht aus modularen Baugruppen,

gebaut und produziert bei Dr. Ott, Südfunk Stuttgart.  -  Frühe Lenco Geräte wurden durch die Zusammenarbeit von Lenco/HEA auch für den Donauland Schallplatten Club in Österreich produziert,  ( als Donauland Modelle )   

 

Die Lenco Modelle L75/S ...und  L78/S ... mit S-Tonarm von Jelco wurden ab 1976 in Italien gebaut.

Besonderes Merkmal: S+SE Modelle haben nur 3 Geschwindigkeiten... einige Modelle sogar nur deren zwei 33+45 rpm. (16rpm fehlt weil Sprachplatten nicht mehr aktuell waren) Man erkennt die Lenco Plattenspieler aus italienischer Produktion leicht am Schriftzug LENCO of Switzerland = made in Italy.

Die Geräte aus Italien hatten "original" auch immer den feingerippten Plattenteller Gummi... in der Schweiz gefertigte Plattenspieler tragen die Bezeichnung Lenco made in Switzerland 

 

Der 1967 lancierte L-75 war für Lenco einer der grössten Erfolge.

Er ist wenn richtig gewartet - ein super Plattendreher... aber sicher kein potentieller Studio-Plattenspieler 

...auch wenn ihn manche Vertriebs-Organisationen in ihren Prospekten als Studiogerät angepriesen haben. Dem vernünftig denkenden Verbraucher sollte das auch ohne grosse Erklärungen klar gewesen sein. Dass in der Werbung seit ewigen Zeiten masslos übertrieben wird sollte inzwischen auch jeder wissen. ( für den Studio Dauerstress müsste der L75 schwerer und stabiler sein). Dennoch wwurde dieser robuste aber doch eher filigran gebaute L75 teilweise auch in verschiedenen Radiostudios verwendet. Sein Platz war - neben den heimischen Wohnzimmern - ganz unbestritten in den unzähligen Discotheken und Tanzstudios die wie Pilze aus dem Boden schossen. Da war der L75 Dauergast und absolute Spitze als unverwüstliches präzises Arbeitstier, nur mit ihm konnte die Geschwindigkeit stufenlos geregelt werden... und nach Verschleiss war er ohne viel Aufwand und finanzielle Investition zu ersetzen. 

 

Der L75  war genau das was alle wollten und deshalb war ein Lenco für viele genau das Richtige... Ein Gerät wie den Lenco L75 gab es von keinem anderen Hersteller. 

Sein Teller ist 4Kg schwer, Ø 312mm, ausgerüstet mit einem - wenn gepflegt präzisen Tonarm (auch hier gibt es andere Meinungen) mit schraubbarer Wechsel-System-Halterung inkl. hochwertigem SHURE Tonabnehmer-Systemen damals ein MUSS für jeden Schallplattenfreund. 

 

Manch einer meckerte dass die kleinen Schrauben in der Head-Shell beim häufigen Magnetsystem-Wechsel nicht lange halten würden. (logisch wenn man da dauernd rumfummelt. ...ist bei anderen genauso) 

Die lieben Leute hatten das System nicht begriffen. Eine Wechselhalterung ist dazu da, dass man unterschiedliche Abtastsysteme auf verschiedene Tonkopf-Halterungen montiert... bei Bedarf sind die in Sekunden gewechselt. Zudem muss jedes Abtastsystem nur einmal richtig in der Shell justiert werden ...pasta. 

Man kauft 2-3 Head-Shells und montiert seine bevorzugten Abtastsysteme ein mal fix drauf... fertig. - So werden die Magnet-Systeme vor mechanischer Beschädigung geschützt. 

 

 

In guten Zeiten betrug die Belegschaft der Lenco AG um die 1100 Mitarbeiter/Innen. LENCO produzierte in allen drei Werken (Burgdorf/Steg/Osimo) ...für die ganze Welt... Kleinmotoren aller Art, Plattenspieler, Cassettenlaufwerke und vieles mehr, inklusive Zubehör und exportierte in den 1960er/70er Jahren in über 80 Länder der Erde. 

Die von selbsternannten "Hifi-Besserwissern" ins Internet gesetzten Behauptungen, Lenco sei kaum bekannt gewesen, wird auch durch diese Tatsache eliminiert.Solche Aussagen sind Quatsch und kommen oft von Personen welche die Lenco AG nicht einmal kannten..   

Lenco verkaufte bereits ab 1952 Tausende Plattenspieler nach USA Canada Australien und in ganz Europa. Der Markt in Frankreich wurde über die Firma Jaques Barthé in Paris bedient, einer der ganz grossen der Branche in Frankreich.. Geliefert wurde an: die Firma David Bogen, Apollo Electronic und einige andere in den USA. In England an Goldring, Goodmans, LEAK, Grant, Portogram... und sogar für SONY Japan wurde 1967 der B55 in einer Sonderversion produziert.  Deutschland und Frankreich waren der grösste Absatzmarkt in Europa und weitere 80 Länder weltweit....auch dazu kursieren falsche Behauptungen im Internet.  ( vom hören sagen lernt man lügen )

 

1961/62 war die Firma H.ROSS & Co.GmbH in Frankfurt/M. ...später die Interphone GmbH / Frankfurt a.M.

              Lenco Vertriebspartner für Deutschland.

ab 1972 managte die RANK Gruppe über ihr Verkaufsbüro in Hamburg den Vertrieb der Lenco Plattenspieler für ganz West-Deutschland und Skandinavien.  Selbstverständlich wurden zu dieser Zeit Lenco Plattenspieler auch in den zur RANK Gruppe gehörenden HiFi Geräten eingebaut. ( Dynatron, Leak, Rank-Arena, Bush, Hacker, und viele andere )

 

 

Technische Unterschiede bei... Lenco... KOMET... exlibris

Via exlibris verkaufte Geräte trugen den Namen exlibris oder exlibris Komet. Sie waren mit Elektronik ausgestattet, welche bei der KOMET Radio AG im Kt.Glarus entwickelt und produziert wurde. ( leicht hochwertiger als HEA )

Die von HEA stammenden Geräte ...Lenco L500, L600, L750, L850, L900, L950 bis zum Studio 9000.. beinhalten alle Elektronik der ehemaligen HEA Werke in Wien. ( Houben Elektro Akustik )

 

Der fatale Fehler    ...oder wirtschaftlicher Suizid ?

Zu Beginn der 1970er Jahre arbeiteten Ingenieure bei LENCO an der Entwicklung eines Direktantriebs. In Ihren Augen war dies die Zukunft der Lenco Plattenspieler.  Der von Ing. E. Langenbacher neu entwickelte Lenco Direct Drive Motor stand 1975/76 einsatzbereit zur Verfügung. Doch aus heute nicht mehr nachvollziehbaren Gründen war die Geschäftsleitung offenbar der Meinung dass der Direct Drive Plattenspieler keine Zukunft habe, weshalb das Lenco Patent für den DD Motor verkauft wurde ? ( vielleicht waren es finanzielle Gründe ?) ..vertrauten sie dieser Technik nicht ... der wirkliche Grund ist unbekannt.  

1977 präsentierte Lenco dann doch noch ihre neuen Direct Drive Modelle L744DD / L833DD / L830DD. Entwickelt und gebaut bei Lenco in der Schweiz, doch der DD-Motor stammte nun von Matsushita (Panasonic) Japan. In vergleichsweise geringen Stückzahlen wurden diese Modelle noch gebaut. Heute sind die L744DD / L833DD gefragte Sammlerstücke. Der letzte - swiss made Lenco - in Burgdorf gebaut... war der Lenco L-744 DD

 

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Lenco kommt in fremde Hände 

Lenco hätte womöglich die ersten Direktantrieb Lenco's in grosser Zahl plazieren können wenn man nicht gezögert und rasch genug reagiert hätte, aber offensichtlich fehlten mutige Entscheidungsträger wie Fritz und Marie Laeng.

Lenco erholte sich von der einsetzenden Hifi-Krise nicht und musste im Jahre 1978 Konkurs anmelden.  

Das Lenco Werk in Osimo (Italien) wurde als eigenständige Firma "Lenco Italiana S.p.A." 

weitergeführt und produzierte weiterhin Plattenspieler... lancierte neue aus Asien zugekaufte Produkte, Verstärker, Tuner etc. und versuchte sich über Wasser zu halten. Das ging drei Jahre mehr schlecht als recht bis 1984 auch die Lenco Italiana geschlossen wurde. 

 


Diese Webseite - https://lenco-swiss.jimdofree.com - ist ein rein privates Projekt, ohne jegliche wirtschaftlichen oder finanziellen Interessen. Diese Webseite soll dazu dienen dass die ehemalige Lenco Plattenspielerfabrik der Schweiz ...und Komet Radio AG nicht ganz in Vergessenheit geraten. Die Webseite  gibt Einblick in Produktion und Aktivitäten dieser Firmen.

 

This website https://lenco-swiss.jimdofree.com - is a purely private project, without any commercial or financial interests. The former Lenco record player factory in Switzerland... and Komet Radio AG achieved great things in their time and should therefore not be forgotten. This website provides insight into the production and activities of these companies.