Richtigstellung / rectification
In verschiedenen Fachmagazinen und Zeitschriften, jedoch noch viel mehr im Internet, werden über die Firma Lenco AG Burgdorf von "anscheinend unwissenden Personen" die offenbar nur Gerede verbreiten, verschiedene Gerüchte, Unwahrheiten und Behauptungen in die Welt gesetzt.
Mit den nachfolgenden Informationen will ich versuchen etwas Licht in dieses Geschwätz zu bringen.
In various trade magazines and journals, but even more so on the Internet, various rumors, untruths and allegations about the company Lenco AG Burgdorf are spread by "apparently ignorant people" who are apparently only spreading gossip.
With the following information, I will attempt to shed some light on this nonsense.
Richtigstellung von Gerüchten und unwahren Behauptungen
betreffend die ehemalige Lenco AG in Burgdorf / Schweiz ...und ihrer Geschäftspartner.
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1. zur Firma David Bogen USA
Der 1889 in der Nähe von Kiew (damals Russland) geborene David Bogen entstammte einer wohlhabenden jüdischen Familie. Als er zwanzig Jahre alt war wanderte er 1909 in die USA aus. Der intelligente David reiste durchs Land und erledigte viele Jobs. Mit Fleiss und ungebändigtem Lernwillen und viel Arbeit brachte er es zum Grosshändler von Haushaltgeräten. Er wurde Produzent und Distributor von Audio Musikanlagen, Telefon und Büroelektronik etc.
Auch in Amerikanischen Berichten wird gerne übertrieben und beschönigt. So wird von einigen Autoren geschrieben, dass David Bogen um 1936 die Lenco AG in Burgdorf besucht habe und mit finanzieller Unterstützung beigetragen habe dass die Lenco AG gegründet werden konnte. Das ist völliger Quatsch...
Die Lenco AG Burgdorf wurde erst am 6. Dezember 1946 gegründet... - Erste Kontakte zwischen Herrn Bogen und Lenco gab es erst nach dem 2. Weltkrieg. Herr Bogen war frühestens um 1950/51 in Burgdorf zu Besuch. Dass Bogen seine erste Bestellung zum Teil im Voraus bezahlte - um die Lieferung zu beschleunigen ist nicht belegt, und wenn das so war kann man dies keineswegs als finanzielle Unterstützung werten, höchstens als Anzahlung.
David Bogen suchte nach einem stufenlos regulierbaren Plattenspieler inkl. speed 16 rpm.
Charlie Liebi ein Kunde der Lenco AG - wie ich meinen aus den 1970er Jahren stammenden persönlichen Recherchen entnehme ... ( ? war er auch ein Verwandter der Familie Laeng ? ...dazu habe ich keinen Hinweis in meinen Notizen.)
Charli Liebi war unter anderem als Europa-Agent für David Bogen tätig, möglicherweise auch für andere in den USA.
Durch die Vermittlung von C. Liebi wurde David Bogen 1949 erstmals auf Lenco aufmerksam... und da war der Lenco F50-8 MK-I mit 3 Geschwindigkeiten schon seit Herbst 1949 lieferbar, also kaufte Bogen vorerst dieses Modell.
... Der F50-8 MK-II / MK-III mit 4 Geschwindigkeiten +16 rpm war bei Lenco noch in Konstruktion und
und 1955 war der neue 4-speed Lenco F50-8 MK-II / MK-III inkl. der 16rpm lieferbar.
... 1955 konnte Lenco exportieren, Bogen wurde Geschäftspartner und Lenco Importeur und Distributor für Amerika.
Dazu wurde in den USA die Firma Bogen-Presto gegründet.
im Jahr 1951 erschienen die ersten Inserate von BOGEN ... ( nicht vorher )
Den Namen Lenco verwendete BOGEN erstmalig am 1. Sept. 1953 in seinen Zeitungsanzeigen weil seine Funktion
als Importeur beim Handelsregister vorgängig erst noch anmelden werden musste.
Das geschah im Februar 1954 und die von Bogen vertretene Handels-Marke Lenco wurde beim U.S. Patentamt
am 27. Sept. 1955 eingetragen.
Dass David Bogen und Charlie Liebi Anregungen gaben um bei der Burgdorfer Stadtverwaltung vorzusprechen ist offenbar ein Gerücht und nirgendwo belegt. - Kann sein dass sich Liebi mit Marie Laeng darüber unterhalten hat ?
Aber es war tatsächlich Marie Laeng persönlich die sich dieser Sache annahm und bei den Städtischen Behörden um mietbare Objekte bemühte, was ihr auch gelang.
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2. Falsch ist...
Lenco war nie eine Handelsmarke der MIGROS. Das im Internet verbreitete Gerücht, Lenco sei in den 1980er Jahren nur noch eine Handelsmarke der MIGROS Schweiz gewesen ist eine falsche Behauptung !
1. niemals und erst nicht in den 1980er Jahren denn... die Fa. Lenco AG in der Schweiz existierte da offiziell
überhaupt nicht mehr. (Konkurs 1978/79)
2. der Markenname Lenco wurde 1984 an die Fa. Horst Neugebauer in Lahr/DE verkauft.
3. Die MIGROS verkaufte über ihre Tochterfirma exlibris Lenco Geräte seit 1953 und ja auch noch bis 1980...
weil Lenco Italia noch bis 1983 selbständig weiter produzierte. (dann leider 1984 auch geschlossen wurde)
exlibris ist seit 1972 und nach wie vor (2025)
eine 100% Tochterfirma der MIGROS und der grösste Schweizer online-Versand Händler für Bücher, e-books, DVDs, Filme, Blu Ray, Schallplatten, Videospiele, Kinderbücher, Karten- und Brettspiele, Geburtstags und Party Artikel, Papeterie & Büromaterial etc.
Richtig ist
dass Lenco Plattenspieler bis zum Konkurs 1979... in der Schweiz exklusiv über den Buch und Schallplatten Club exlibris verkauft wurden, gemäss einem Exklusiv-Vertrag zwischen Lenco und exlibris. Alle von exlibris verkauften Geräte liefen unter dem Label exlibris und exlibris KOMET. ( produziert bei Komet Radio AG in der Schweiz )
Ausserhalb der Schweiz wurden alle Lenco Plattenspieler unter dem Markennahmen Lenco verkauft.
Falsch ist die Behauptung ...im Internet.
Die RANK Gruppe sei zeitweise Eigentümerin von Lenco gewesen. - Rank war nie Eigentümerin oder beteiligt an Lenco. RRI / RANK Radio International hatte nur einige Jahre das exkl. Lenco Vertriebsrecht für Deutschland und Nordeuropa. (via RANK-Arena Vertriebsbüro Hamburg)
So hatte RANK-Arena Zugang zu den Lenco Plattenspielern, weshalb man diese selbstverständlich in den frühen 1970er Jahren auch in die eigenen Musikanlagen einbaute. ( bis 1975 die Produktion RANK Arena geschlossen wurde )
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Falsch ist ebenfalls
...dass Tesla (CZ) angeblich für Lenco Burgdorf produzierte. ( hat keinen Zusammenhang mit Tesla Autos von Elon Musk )...
Die LENCO AG in Burgdorf liess nie bei Tesla in CZ Republik produzieren.
Produziert wurde in der Lenco AG Burgdorf in der Schweiz und im Lenco Werk Italien.
Erst nach dem Konkurs der Lenco AG Burgdorf / Schweiz 1979
erschienen zwischen 1984 und 1990 auf dem Markt Lenco Plattenspieler aus der Produktion der SEV Litovel CZ
( ehemals Tesla / heute bekannt als Project ). In Auftrag gegeben wurden diese Geräte vom neuen Besitzern der Lenco Horst Neugebauer in Lahr)...und durch Lizenzvergabe. So waren viele Plattenspieler mit den damaligen Tesla Modellen identisch. Lenco L800..=Tesla NC470.. Lenco L430.. / L450.. =Tesla NC450.. Lenco L435 =Tesla NC580/HC58.
Richtig ist entgegen unwahren Behauptungen im Internet
Die Lenco AG Schweiz gehörte zu den ersten Herstellern in Europa die - im Werk Osimo Italien - Cassetten Laufwerke entwickelten und produzierten. Lenco war auch eine der ersten Firmen die eine Dolby Lizenz besassen. - Ab ca. 1964 entwickelte und produzierte Lenco Cassetten-Laufwerke für Computer, Audio und Datenrecorder, für portable Radiorecorder, Auto-Kassettengeräte die meisten im Auftrag für diverse Hersteller weltweit. Ein Grosskunde in Europa war Blaupunkt. Tausende Blaupunkt Auto-Cassetten-Geräte, Cassetten-Radios und Hifi Deck's waren bis Anfangs der 1980er Jahre bestückt mit Lenco Laufwerken.
Lenco produzierte für die Welt.
Ab 1946 wurden im Betrieb Burgdorf, im Werk Steg... und später in Osimo/Italy Tausende Motoren für Plattenspieler, Spezial, Klein- und Batteriemotoren in allen möglichen Ausführungen. Motoren für Diktier + Bürogeräte und erste Datenspeichergeräte konstruiert und produziert... (exportiert nach Afrika/Indien etc). Entwickelt und produziert wurden auch tausende Auto-Reverse Cassettenlaufwerke für Blaupunkt Deutschland. In den 1960/70 Jahren produzierte Lenco elektrische Zahnbürsten inkl. micro Batteriemotoren für Braun und Blaupunkt und die Migros in der Schweiz.
- Lenco exportierte in 86 Länder.
Geschäftliche Beziehungen pflegte Lenco in Europa
wie oben beschrieben... zur Rank Gruppe, zu Goldring und Garrard, die verkauften als Distributoren in England LENCO Geräte. Im weiteren belieferte GOLDRING auch andere Hersteller wie LEAK, Dynatron, Hacker, Bush etc. (wurden alle nach und nach von RANK Gruppe übernommen.)
In der Schweiz
wurden Lenco Plattenspieler durch Vertrag exklusiv durch den "Buch und Schallplatten-Club exlibris" an Endkunden verkauft. ( später "Grammo Club exlibris" ..dann nur noch exlibris) - Die APCO AG in Zürich, seit jeher Importeur und Generalvertrieb verschiedener Marken der Unterhaltungselektronik, bediente den Schweizer Radio TV Fachhandel. -Wegen dem Exklusiv Vertrag mit exlibris wurden die Original Lenco Plattenspieler durch die APCO AG an den Fachhandel unter dem Namen APCO verkauft. ( Lenco L75 = Apco A75 ...L-85 = Apco A-85 ...etc. )
Alle Geräte mit der Aufschrift exlibris Komet waren mit hochwertiger Elektronik ausgerüstet, entwickelt und produziert bei Komet Radio AG in Mitlödi / Kt. Glarus. - KOMET Geräte ..K7, K8, K27 / K80 etc. ohne die Bezeichnung exlibris wurden nicht für exlibris produziert. Die Komet Radio AG hat diese Geräte direkt über den Fachhandel angeboten.
Apco Geräte beinhalten grossteils von Apco produzierte Elektronik, teilweise auch welche aus dem Hause Komet.
Für die Schweizer Armee baute die Velectra S.A. in Biel - bekannt für ihre Radio und Telefon-Rundspruchgeräte der Marke Biennophone 1966 mit einem B52 einen stabilen transporttauglichen Plattenspieler in einer Militär-Holzkiste für 220 Volt Netzspannung oder Batteriebetrieb.
Lenco Austria
Langjähriger Lenco Geschäftspartner die HEA Werke in Wien. Houben Elektro Akustik. - In Oesterreich wurden die Lenco Geräte durch den Buch und Schallplattenclub Donauland verkauft... direkt geliefert via HEA Wien.
1965 entwickelt sich eine enge Partnerschaft zwischen HEA und Lenco. HEA liefert die Elektonik und Verstärkerbauteile für verschiedene Lenco Geräte. Viele durch diese Zusammenarbeit entwickelten Geräte wurden baugleich unter dem Namen Lenco / HEA / Donauland... und auch von KAPSCH Elektronik in Wien (unter eigenem Namen) verkauft.
Deutschland / Denmark / Skandinavien
Die Rank Gruppe hatte schon früh das alleinige Vertriebsrecht für Skandinavien und Teilen Englands.
1952 wurden erste Lenco Exporte nach Deutschland getätigt.
1963 wird die Rank Organisation (RRI) mit Büro in Hamburg neue Generalvertretung für die
BRD und West-Berlin der Vertrieb der Lenco Produkte wird erweitert.
1966 Die Rank Organisation beteiligt sich in Dänemark an der Radio TV & Elektronik Fabrik Hede Nielsen A/S.
Hersteller der weit bekannten ARENA Radios. - Die neu gegründete RANK AKUSTIK übernimmt jetzt auch
die Generalvertretung für Lenco. - Als Geschäftsführer amtiert der begabte Vertriebs Manager Herr W.H. Molitor.
Im Verkaufsprogramm finden wir ARENA Radios, Stereoanlagen, KEF Lautsprecher ACD Magnettonabnehmer
Lenco Plattenspieler und Hifi Zubehör.
1970 wird die Fabrik von Hede Nielsen durch einen Grossbrand beinahe komplett zerstört.
1971 wird die abgebrannte Fabrik wieder aufgebaut... zu 80% finanziert von der Rank Organisation. Die Familie Nielsen will nicht mehr so weitermachen und verkauft ihr Unternehmen an die Rank Organisation. Daraus entsteht die RANK ARENA GmbH. Verkauft werden jetzt Fabrikate von: Arena, Bush, Dansette, Heco, Wharfedale, Murphy.
1972 Die schon zur Rank Gruppe gehörenden Firmen Heco Hennel&Co und Wharfedale werden komplett mit der Rank Gruppe verschmolzen wodurch die Rank Arena GmbH
1972 zur Rank Radio International umbenannt wird. Die RRI ist jetzt in Nordeuopa als Marketing-Gesellschaft einer der grössten Anbieter von Unterhaltungselektronik und in England absolut die grösste Radio TV Vertriebs-Organisation und im Produktions-Sektor Europas sechtgrösster Produzent von Fernsehgeräten.
1972 verkauft RRI in ihrem Vertriebsgebiet über 80'000 Lenco Plattenspieler, davon allein 35'000 Exemplare der Modelle B55.. L75.. L78.. L85. - Der Anteil der im Vertriebsgebiet von der RANK verkauften Lenco Plattenspieler beträgt 40% vom Gesamtumsatz. - Firmen wie: Leak, Dynatron, Hacker, Liesenkötter, Aschenbach, Schneider, BASF, Grundig, Telefunken, Farfisa, Vieta und andere bedienten sich der Lenco Plattenspieler beim Bau ihrer Stereo Anlagen. Auch DYNACORD bestückte ihre Diskotheken lange Zeit mit dem Lenco L75.
Lenco in Holland / NL
Schon früh bestand eine Geschäftliche Partnerschaft mit der Firma NAHO B.V.,
Die NAHO B.V. in Amsterdam war viele Jahre General-Importeur für Lenco in Holland / NL.
1938 begann der NAHO Gründer L. de Lange mit dem Vertrieb von Waschmaschinen
1944 eröffnete ER einen Agenturhandel. Neue Produkte wurden verkauft und neben anderem Radio- und Elektronik Ersatz- und Bauteile ins Verkausprogramm aufgenommen.
1965 Wird die Firma umstrukturiert. Das Hauptgeschäft ist jetzt der Import und Vertrieb von HiFi Geräten und Anlagen, wozu sich aus Burgdorf auch die Lenco Plattenspieler gesellen.
1972 Inzwischen ist der Junior Chef S.L.de Lande nachgerückt.
Die NAHO B.V. wird in den Niederlanden drittgrösste Vertriebsorganisation für Audio und HiFi Geräte und das trotz der enormen wirtschaftlichen Übermacht des PHILIPS Konzerns im eigenen Land.
United Kingdom / England
1955 wird Goldring England Lenco General-Importeur für England, Ulster, und Irland. -Goldring war jeher bekannt für die Herstellung von hochwertigen Tonabnehmer Systemen. Sie belieferten sowohl den Hifi Fachhandel wie auch diverse Hersteller.
Die Britische Armee hörte Musik mit einem von Goldring modifizierten Lenco B52.
1967 Produziert die Lenco AG in Burgdorf für SONY England einen aufgemotzten Lenco B55 mit einem Thorens ähnlichen Tonarm... er bekommt den namen SONY PS-5011 für den EU Markt. 1971.. wurde der Lenco L75 in England angeboten als SONY PS-1500.
Lenco in USA / Canada
Als erster war die Fa. David Bogen in N.Y. General Importeur & Distributor. Belieferte auch Benjamin Electronics und andere Hersteller. Später wurde Benjamin Electronics in N.J. Lenco Importeur
1976/78 war (wohl auch nur kurzzeitig) die Neosonic Corporation of America N.Y. exklusiv Lenco General-Importeur und Distributor. Lenco im Vietnam-Krieg. BOGEN baute 1972 einen Lenco B52 mit robusten Metallarm für die U.S. Army, von denen einige Exemplare den Vietnam Krieg erlebten.
Apollo Electronics und andere kleinere Produzenten verbauten auch Lenco Plattenspieler, wahrscheinlich von Benjamin beliefert. In Amerika wurden die gleichen Lenco Modelle vom B50 - L75 oft und immer wieder mit nur leicht geändertem Modell Namen verkauft.
in Japan war TOA Hersteller von Beschallungstechnik... Lenco-Generalimporteur.
in Italien
Hatten verschiedene Musikinstrumente Produzenten wie FARFISA, Godwin, GEM, Elka,
der Lautsprecherfabrikant CORAL etc. Lenco Plattenspieler in ihrem Verkaufsprogramm, jeweils in ihrem eigens für sie angefertigten Look, direkt bedient von Lenco Italiana in Osimo.
Frankreich:
Hier war die Firma Caveau Paris aktiv und vor allem BARTHÉ ebenfalls in Paris, damals grösster Hersteller von Audio Systemen in Frankreich, sie verkauften in den 1950/60er Jahren Lenco Plattenspieler in ganz Frankreich, viele in ihre Audio Geräte eingebaut.
Später entwickelte Barthé eigene Plattenspieler die zu Beginn viel Ähnlichkeit mit denen von Lenco hatten.
( sie hatten ja auch einige Jahre Zeit zum Studium der Modelle ?)